Andersartig
Die Anforderung (2)
Das Unausgesprochene hören. Über Anforderungen und Erwartungen.
Ihre Chefin kommt gerade von einer längeren Dienstreise zurück. Als Ihr großspuriger Kollege hört, dass sie noch nichts gegessen hat, lädt er Ihre Chefin und Sie zur anstehenden Besprechung in das exquisite thailändische Restaurant um die Ecke ein.
Dort angekommen, lehnt Ihr Kollege – mit der Geste des Kenners – die Beratung ab und fordert für Sie alle (fast flüssig von der Spezialitätenkarte ablesend) die teuerste Spezialität »die große Platte und Dtack-a-dtän und Maeng-Da-Naa« an. Beim Auftragen stellen Sie gemeinsam mit
Ihrer Chefin fest, dass weder die knusprigen Heuschrecken noch die glänzenden Wasserkäfer zu Ihrer bevorzugten Art der Energieaufnahme gehören und beschließen, nebenan einen Crêpe essen zu gehen.
Die Lösung (Spezialität) entspricht zu 100 % der Anforderung (Essen), aber die Bedürfnisse und Erwartungen der Anwender (Kollegen) blieben unberücksichtigt.
Passiert nicht? Bei der Auswahl von IT wird täglich so verfahren. Unter Missachtung der Bedürfnisse von Anwendern und deren Prozessen werden ungeeignete Tools ohne die Chance auf Akzeptanz eingeführt.
Bereits bei der Initialisierung eines IT Projektes sollten die Erwartungen an die Lösung und vor allem der Nutzen für den Business Prozess mit den künftigen Anwendern diskutiert werden. Wirklich verständnisvolles Zuhören (VOC) ist der Schlüssel hierzu.
Wichtig ist nicht der potentielle Funktionsumfang oder der Preis einer Informationstechnologie, sondern ihr konkreter (messbarer) Nutzen für den Business Prozess der Organisation.
