Die Realisierung (6)

Die Kunst, sich den Brei nicht verderben zu lassen. Die Beteiligung der Stakeholder.

Kochen im Team macht Spaß. Die jüngsten Kochsendungen im Fernsehen sind ein Indiz dafür. Wer selbst schon einmal mit Freunden oder Kollegen gekocht hat kann dieses Erlebnis bestätigen. Und wer mit Spaß bei der Sache ist hat oft Erfolg. Trotzdem warnt uns das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Abstimmung aller beteiligten Köche und in der Arbeitsteilung zur richtigen Zeit. Wenn viele Köche – jeder mit einem eigenen nicht komunizierten Ziel – am gleichen Brei kochen wird er vermutlich nichts. Kochen die vielen Köche hingegen gemeinsam ein leckeres 4 Gänge Menü – und sind die einzelnen Gänge aufeinander abgestimmt – dann kann ein toller Erfolg daraus werden.

Auch bei der Durchführung eines IT Projektes ist die Einbeziehung aller Projektbeteiligten zum richtigen Zeitpunkt von ausschlaggebender Wichtigkeit für den Erfolg des gesamten Projektes. Warum ist dies so?

Aus QM-Sicht gibt es in der IT 2 Kategorien von Problemen: A(nwendungsfall) und B(ugs).

B-Probleme kennt jedes IT Projekt. Sie entstehen praktisch immer wenn Abweichungen vom Standard nicht bekannt waren oder die Sonderfälle aus anderem Grund nicht implementiert wurden. B-Probleme werden in der Regel schnell gelöst und die Software erfolgreich eingesetzt.

A-Probleme hingegen führen häufig zum Scheitern ganzer Projekte, da ein ungeplanter Anwendungsfall unter Umständen nicht mehr oder nur sehr aufwändig repariert werden kann.

Um möglichst alle wichtigen Anforderungen zu kennen, empfiehlt sich der Austausch mit allen relevanten Interessensträgern zu einem frühen Zeitpunkt im Projekt.

Wenn alle Beteiligten von Anfang an als Team mit all ihren Kenntnissen für ein gemeinsames Ziele arbeiten, dann kann auch das Sprichwort dem Brei nichts mehr anhaben.